Samstag, 2. Februar 2019

Vereinsjubiläum - 35 Jahre Sportfreunde Hallgarten 1984 e.V. ...!


Vom Stillstand zum rockigen Sportverein - eine Erfolgsgeschichte!

Der Traditionsverein, am 28.01.1984 gegründet, startete in dem Bestreben, gemeinschaftlich und offen Sport zu treiben, Gemeinschaft und Miteinander zu leben.
Fußball bei den Sportfreunde war von Beginn an familiär, solidarisch, offen - Kern und Markenzeichen des Vereins. Auf und neben dem Sportplatz waren deshalb die Sportfreunde für Vereinsangehörige, Angehörige, Freunde und Bekannte attraktiv.

So nahm der Verein regelmäßig an Großfeldturnieren im Rheingau teil, auch wurden Events selbst geführt oder gemeinschaftlich auch mit anderen Vereinen.
In den neunziger Jahren zeigte sich ein gesellschaftlicher Umbruch, nicht nur bei den Sportfreunden, sondern überall sichtbar bei Vereinen: Die Mitgliederzahlen schrumpften, der Sportbetrieb reduzierte sich zunehmend. Immer facettenreicher, multipler, vielschichtiger entwickelte sich die Gesellschaft insgesamt, in der realen und auch zunehmend in der digitalen Welt. Zudem zeigten sich zunehmend gesellschaftliche Veränderungen und gesellschaftliche Verzerrungen, hervorgerufen durch eine dynamischere globale Entwicklung, neue Technologien, veränderte Arbeitsbedingungen - und damit andere Maßstäbe auch in Bezug auf die Freizeitgestaltung.

Fußball in der ganzen Region - insbesondere Hobbyfußball - entwickelte sich degressiv, die Resonanz nahm zu nehmend ab. Viele Hobbyvereine, auch reguläre Verbandsvereine verschwanden. Es kam zu Fusionen oder Auflösungen von Vereinen.
Auch machte sich eine spürbare Endsolidarisierung in der Gesellschaft bemerkbar - durch die Effizienzsteigerungen der Wirtschaft und Verwerfungen der Gesellschaft. Vereinsleben, Engagement für soziale, kulturelle und sportliche Einrichtungen ging deutlich zurück.

Die Attraktivität auch von Vereinen, die als Spiegel der Gesellschaft einen Bezug haben, hing zunehmend von der Frage nach neuen Wegen und Perspektiven ab. "Nicht mehr wie der Prophet auf dem Berg aufs Volk wartend" konnte von Vereinen erwartet werden, dass sich die Menschen sich der bisherigen Vereinstradition verpflichtet sahen und sich zum Berg aufmachten - sprich, den gleichen Verein aufsuchten. 

Vereinswesen und Vereinsleben veränderte sich zu einer temporären Interessenssphäre - in erster Linie durch die zeitweiligen Belange und wechselnde Interessen getrieben. Für viele Menschen kam häufig aus dem Blickfeld, dass Vereinsleben vom Miteinander lebt! 2014 betonte auch der Hessische Sport- und Innenminister bei einer Veranstaltung zur Sportförderung in Idstein, dass Vereinsleben heute von Mitbürgern temporär empfunden wird.
An diesem Punkt waren die Sportfreunde 2005-2008, eine fragile Zeit, da teilweise nur 4-6 Kicker auf dem Platz standen bei den Freitagskicks. Zeit des Umdenkens! Hier kam nun der Punkt, wo der "Prophet vom Berg kommen sollte, um sich unters Volk zu mischen - und die Interessen der Mitmenschen zu erforschen...!"
Die Sportfreunde begannen, bisherige und neue Kicker, Vereinsangehörige und Dritte offen nach ihren Interessen zu fragen, Werbeflyer wurden ausgelegt, aktiv wurden potenzielle Interessenten und Mitbürger angesprochen, verschiedenen Alters, Geschlechts und unabhängig weiterer persönlicher Merkmale und Eigenschaften. Soziale Medien wurden eingebunden, um die Zielgruppen anzusprechen und auf jeweilige Belange einzugehen und auszutauschen.

Dieser Paradigmenwechsel kam zur rechten Zeit: Kontinuierliche Werbung und Ansprache für die Sportfreunde Hallgarten, aus der Tradition ein offener und in Gemeinschaft aktiver Verein. Seit über 10 Jahren entwickelte sich der Verein zu einem multiplen Verein, mehrere Generationen, unterschiedliche Geschlechter, Flüchtlinge, Vereinskicker von anderen Vereinen, Hobbykicker aus der ganzen Region einschließlich Wiesbaden, "Alte Herren" - Kicker aus dem Rheingau, EBS-Kicker stießen kontinuierlich und auch temporär hinzu.
Seit 2015, der Kunstrasen wurde inzwischen fertig gestellt, kamen zu dem aufgrund der neuen Attraktivität neue Spieler permanent hinzu. Und auch die Flüchtlinge, die traumatisiert durch Kriegsgeschehen und Vertreibung ihre Heimat verlassen mussten, fanden bei den Sportfreunde ein offenes Miteinander vor und sportliche Integration. Für die Sportfreunde ein Selbstverständnis, dass jüngst mit einer Anerkennung in Form einer Spende durch das Land Hessen unterstützt wurde.

Inzwischen sind regelmäßig eigene Fußball-Turniere freitags Standard, mit ca. 25-40 Leuten, in der Spitze auch schon mal rund 50 Kicker, die an einem Tag zusammen kamen und mitspielten im Turniermodus. Die Resonanz auf den Verein ist ungebrochen, mittlerweile ist sogar ein Mitgliederstop für aktive Kicker angezeigt (Passiv kann jeder Mitglied für derzeit 15,- € im Jahr werden! Spenden werden von dem gemeinnützigen Verein auch gerne jederzeit angenommen - siehe Informationen und Spendenbutton auf der Homepage!). Und wenn es auf dem Platz noch möglich ist, aufgrund gerade geringerer Anzahl von Mitspielern, können natürlich neue Kicker mitkicken. Maßgabe fürs Mitspielen ist immer das Tragen von geeigneten Schuhen für Kunstrasenplätze.
Der Verein wuchs daher auch die letzten Jahre stark an Mitgliedern. Übers Jahr kommen  insgesamt ca. 80 Mitspieler zusammen, manche kommen aus Zeitgründen, familiären oder anderen Gründen eben nur sporadisch - weshalb ca. 1/3 immer mitkickt. Die Attraktivität spricht für sich, Hobbyfußball mit Events, Kick und Grill sind Markenzeichen des Vereins - und Zeugnis einer Erfolgsgeschichte!

Herzlichen Glückwunsch zu 35 Jahren Sportfreunde Hallgarten 1984 e.V.!

(Autor: Thomas Schmitz)

Verweise:
Sozionik - Institut zur Erforschung und Modellierung künstlicher Sozialität - TU-Hamburg:


Sozionik - TU-Berlin:


Universität Hamburg - Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften:https://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereich-sowi/professuren/beyer/archiv/unilu-kirchner-beyer-plattformlogik.pdf

Universität Heidelberg - Max-Weber-Institut für Soziologie:




Kulturwissenschaftliches Institut - DGS - Deutsche Gesellschaft für Soziologie






Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH / Forschungsinstitut an der Universität Bremen:https://www.ifib.de/publikationsdateien/[Soziologische_Revue]_Digitalisierung_und_Gesellschaft.pdf

Zitate aus der Publikation des Forschungsinstituts der Uni Bremen:

"...
Noch in den 1980er-Jahren stellte sich die Frage, wofür wir Computer nutzen
können. Heute stellt sich die Frage, wofür wir sie nicht nutzen (Turkle, 2011: 2).
…"

"...
Was wir benötigen, sind Methoden und Methodologien, die der Komplexität eines digitalen Forschungsvorhabens Rechnung tragen mit Blick auf Forschungsdesign, technische
Infrastruktur, analytische Kategorien und soziale Praktiken (Marres: 115).
…"

"...
Dementsprechend sei auch die Idee des „Data Mining“ irreführend, da sie „fälschlicherweise die Existenz einer klaren Trennung zwischen Information und Rauschen“ (19) implizierte. Das Problem sei weiterhin nicht die Verzerrung („bias“) der Daten, denn die gebe es bei allen erhobenen Daten, sondern dass „die Produktion der Daten außerhalb der Wissenschaft unter Bedingungen erfolgt, die
sich der wissenschaftlichen Verifizierung entziehen“ (19).
…"

"...
Indem unser Leben vermessen, quantifiziert und analysiert wird, haben diejenigen, die Kontrolle über die Interpretationen von Daten haben, Macht. Als Sozialwissenschaftler*innen ist es unsere Aufgabe, diese neuen Dynamiken zu thematisieren. Für eine verantwortungsvolle Soziologie des Digitalen stellt sich also nicht nur die Frage nach der Beschreibung von digitaler Gesellschaft, sondern auch nach deren Gestaltung. Wissen über Gesellschaft soll zurückgespiegelt und gemeinsam reflektiert werden, sozialwissenschaftliche digitale Forschung muss auch der Ermächtigung ihrer Forschungssubjekte dienen.
…"


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